Neue Opta Richtlinie umgesetzt

Die neuen Funkrufnamen sind nun verbindlich. Selbst "alte Hasen" im Einsatzdienst müssen in diesen Tagen zweimal nachdenken, bevor sie zum Funkhörer greifen: Im neuen Jahr 2013 gelten neue Funkrufnamen für Fahrzeuge und Funktionsträger von Feuerwehr,  Rettungsdienst und Hilfsorganisationen, die im Kreis Heinsberg zum Schutz und zur Hilfe der Bürger unterwegs sind.

 

Beispielsweise heißt die Kreisleitstelle, wo die Notrufnummer "112" einläuft, am Funk nicht mehr "Florian Heinsberg", sondern "Leitstelle Heinsberg", das Höngen-Saeffelener Tanklöschfahrzeug nicht mehr "Florian Heinsberg 7/23/2", sondern "Florian Selfkant 22 HLF 20". Grund für die neuen Bezeichnungen ist ein Ministerialerlass, der umsetzt, was seit Oktober 2012 bundesweiter Standard ist: Der neue, bundesweit einheitliche Aufbau von Funkrufnamen im nicht polizeilichen BOS-Funk (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben).

Umstellung für alle

Was auf dem Papier wie eine schlichte Namensänderung anmutet, bedeutet für alle ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst: Im Einsatzfall - also vor allem dann, wenn es schnell gehen muss - können die Helfer nicht mehr ihre in Fleisch und Blut übergegangenen alten Funkrufnamen verwenden, um untereinander zu kommunizieren - sei es, um eine Alarmmeldung zu konkretisieren oder Rückmeldungen vom Einsatzort zu geben. Weit über 300 Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst sind kreisweit davon betroffen.

Viel Arbeit für die Leitstelle

Einen logistischen Kraftakt bringt die Umsetzung der "Opta-Richtlinie" vor allem für die Programmierer der Kreisleitstelle in Erkelenz mit sich: Die Bediensteten müssen dort das Einsatzleitsystem als komplexe Software, die eine zielgenaue Alarmierung von Hilfskräften nach einem Notruf ermöglicht, mit den neuen Namen "füttern". Die schrittweise Umstellung auf den digitalen Funk macht dies aber ohnehin erforderlich: Die neuen Geräte senden zukünftig mit einer spezifischen Nummer, die nun auch mit den geänderten Funkrufnamen verknüpft sein wird. Folgen ganz praktischer Natur hat die Umstellung für alle Kommunen: Sie mussten ihre Fahrzeuge mit den neuen Funkrufnamen bekleben und die beschrifteten Klettelemente auf den Funktionswesten austauschen, die die Helfer an der Einsatzstelle zur Kenntlichmachung tragen.

Umstellung auf den digitalen Funk bis Ende 2013

Bis zum Ende des Jahres 2013 sollen Rettungsdienst und Feuerwehr im Kreis Heinsberg komplett mit digitaler Funktechnik ausgestattet sein. Gegenwärtig hat die Feuerwehr Selfkant mehrere digitale Funkgeräte im Probebetrieb. Die Hardware der neuen Technik müssen die Städte und Gemeinden als Träger des kommunalen Brandschutzes finanzieren. Der digitale Funk wird abhörsicher sein und eine deutlich bessere Sprachqualität ermöglichen als die analoge Funktechnik.