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Einsatz 30 von 85 Einsätzen im Jahr 2019
Einsatzart: Brandeinsatz
Kurzbericht: Feuer 2 - brennt Scheune mit Stroh
Einsatzort: Stein, Auf dem Stein
Alarmierung Freiwillige Feuerwehr Selfkant :

am 22.03.2019 um 19:34 Uhr

alarmierte Einheiten:
Löscheinheit Höngen-Saeffelen
Löscheinheit Hillensberg-Süsterseel
Löscheinheit Millen-Tüddern
Löscheinheit Schalbruch-Havert
Rettungsdienst
IuK-Einheit
Drehleiterbesatzung (FF Gangelt)
Feuerschutzzentrum Kreis Heinsberg (AB-Atemschutz)
Orgl. Rettungsdienst Kreis Heinsberg
DRK-Bereitschaft Heinsberg / 1. Einsatzeinheit Kreis Heinsberg

Einsatzbericht:

Stein: Am Freitagabend gegen 19:33 Uhr erreichte die Leitstelle des Kreises Heinsberg ein Notruf aus Stein. Ersten Meldungen zu Folge sollte eine Scheune, auf einem landwirtschaftlichen Anwesen, in Brand geraten sein. Zuvor haben die Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens die Betreiber informiert. Als für die Feuerwehr Selfkant Vollalarm ausgelöst wurde, befanden sich Einsatzkräfte bei einer theoretischen Einweisung für ein Fahrsicherheitstraining am darauffolgenden Samstag. Gleichzeitig machten sich unmittelbar vor der Alarmierung die Mitglieder einer Löscheinheit auf dem Weg zum Übungsdienst.

Eine kilometerweit sichtbare Rauchsäule stieg in den Abendhimmel und wies unseren Einsatzkräften den Weg zu einem Aussiedlerhof. Aus einer Lagerhalle im rückwärtigen Teil des weitläufigen Geländes drang starker Rauch. Während der Erkundung wurde schnell deutlich, dass es sich hierbei um einen in Flammen stehenden Traktor samt Anhänger sowie landwirtschaftliche Gerätschaften und einer erheblichen Menge Stroh handelte. Dies sorgte für eine erhebliche Brandlast. Bei eigenen Löschversuchen zogen sich sieben Personen leichte Verletzungen zu. Mehrere dieser Personen mussten durch Einsatzkräfte aus dem Gefahrenbereich geleitet werden.

Neben der Einrichtung eines Bereitstellungsraumes für weitere anrückende Einsatzfahrzeuge war die Sicherstellung einer Wasserversorgung erforderlich. Insgesamt mussten mehrere Schlauchleitungen über eine Distanz von etwa 400 Metern zum Brandobjekt verlegt werden. Somit war es bereits in der ersten Einsatzphase möglich, die Löschfahrzeuge mit ausreichend Löschwasser aus dem öffentlichen Wassernetz zu versorgen. Weswegen es jedoch auf der Straße „Auf dem Stein“ zeitweise zu erheblichen Verkehrsproblemen kam.

Auf der gesamten Dachfläche der etwa 25 x 60 Meter großen Lagerhalle befand sich eine Photovoltaikanlage. Bereits zu Beginn des stundenlangen Einsatzes konnte diese vom Versorgungsstrom getrennt werden. Um sicherzustellen, dass während der Löschmaßnahmen keine Gefahr von der Anlage ausging, wurde an der westlichen Seite der Lagerhalle die ebenfalls mit alarmierte Drehleiter tätig. Ein Trupp sollte aus der Vogelperspektive die Solarzellen der Anlage sowie die Dachkonstruktion auf Brandbeaufschlagung kontrollieren.

Zeitweise waren insgesamt vier Trupps unter schwerem Atemschutz gleichzeitig im Einsatz. Es gelang ihnen - durch einen massiven Löscheinsatz - das Schadensfeuer auf ein überschaubares Areal im Innern der Lagerhalle begrenzt zu halten. Um einen zielgerichteten Löscheffekt zu garantieren, wurde das Vehikel samt Anhänger mit einem Schaumteppich endgültig abgelöscht.

Mehrere Lüfter sorgten am unmittelbaren Einsatzort für ausreichende Sichtverhältnisse. Erst jetzt konnte damit begonnen werden, mehrere Tonnen brennende bzw. glimmende Strohballen ins Freie zu transportieren. Letztlich wurden diese außerhalb des Gefahrenbereiches durch einen Trupp unter schwerem Atemschutz unter Einsatz eines B-Rohres abgelöscht. Immer wieder verzögerten aufflammende Glutnester die Nachlöscharbeiten. Erschwerend kam hinzu, dass die drei dafür eingesetzten Radlader regelmäßig abgekühlt werden mussten.

Nur wenige Meter von der Lagerhalle entfernt, befanden sich hunderte Kühe in ihren Stallungen. Um sie von dem schädlichen Brandrauch abzuschirmen wurden auch hier weitere Lüftungsmaßnahmen durchgeführt.

Der Einsatzleiter forderte während der ersten Einsatzphase einen Abrollbehälter Atemschutz zur Einsatzstelle in Stein an. Dadurch war es schon frühzeitig möglich, weiteren dutzende Atemschutzgeräte zu bündeln und weitere einsatzwertvolle Ressourcen vor Ort haben.

Insgesamt handelte es sich um einen kräftezehrenden Einsatz, der bis in die Nacht andauerte. Etwa achtzig Blauröcke der Feuerwehr Selfkant sowie die Drehleiterbesatzung der Feuerwehr Gangelt und ein Wechsellader Fahrzeug vom Feuerschutzzentrum in Erkelenz wurden in Stein benötigt um eine mögliche Brandausbreitung zu verhindern. Gleichzeitig wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet um den notwendigen Überblick vor Ort zu gewährleisten. Neben dem Einsatzabschnitt „Brandbekämpfung Innen“ war es bei der Vielzahl an verletzten Menschen notwendig den Einsatzabschnitt „Rettungsdienst“ zu bilden. Dadurch konnte eine koordinierte Versorgung bzw. Betreuung der Personen sichergestellt werden. Der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes kam an diesem Abend ebenfalls in Stein zum Einsatz. Hierbei handelt es sich eine speziell für Großschadenslagen ausgebildete Einsatzkraft der Leitstelle des Kreises Heinsberg bzw. des Rettungsdienstes. Nach einer ersten Sichtung durch den Notarzt vor Ort, wurden die Patienten zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Noch während die Feuerwehr mit dem Großbrand in Stein beschäftigt war, kam es in Süsterseel zu einem vermeintlichen Wohnhausbrand. Ein ausschließlich für solche zusätzlichen Einsätze besetztes Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) konnte ohne Zeitverlust aus dem Einsatz abgezogen und nach Süsterseel entsendet werden. Zur Ergänzung beorderte die Leitstelle des Kreises Heinsberg die Löscheinheit Gangelt nach Süsterseel.

Aufmerksame Anwohner nahmen in der Dunkelheit einen Feuerschein wahr und haben den Notruf gewählt. Vor Ort konnte allerdings Entwarnung gegeben werden. Es handelte sich um ein Feuer das von einem Grill in einem Innenhof ausging. Ein Eingreifen der Feuerwehrkräfte war dort nicht erforderlich.

Um sich für den langanhaltenden Einsatz zu stärken wurde noch am Abend die 1. Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuz in den Selfkant in Marsch gesetzt. Innerhalb kürzester Zeit funktionierten die Einsatzkräfte des DRK das Feuerwehrgerätehaus der Löscheinheit Höngen-Saeffelen in eine kurzzeitige Kantine um.

Bereits in der Nacht nahm die Kriminalpolizei Heinsberg die Ermittlungen zur Brandursache auf. Zuvor wurde gegen 01:30 Uhr die Einsatzstelle der Polizei und den Eigentümern übergeben.

Wir bedanken uns ganz besonders bei der Feuerwehr Gangelt, dem Rettungsdienst im Kreis Heinsberg RDHS gemeinnützige GmbH sowie der DRK-Bereitschaft Heinsberg / 1. Einsatzeinheit Kreis Heinsberg für die effiziente und ausgesprochen professionelle Zusammenarbeit an diesem Einsatz.

Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)
Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)
Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)Brandeinsatz vom 22.03.2019  |  (C) Feuerwehr Selfkant (2019)